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The Ende

Montag, 01.11.2004

Grafische Captchas sind nicht barrierefrei ? es geht auch anders

Captchas können von Maschinen nur unter größerter Anstrengung und aufwendigen Algorythmen entschlüsselt werden. Ein Mensch entschlüsselt diese Grafiken ohne Mühe, sofern er sehen kann. Alternativ kann man mit schönstem Dialekt diesen Text auch vorlesen. Was hinter der Kommentarspaproblematik steckt erläutert Sven Lennart in seinem Weblog zu Dr. Web.

Captchas erweisen sich für Behinderte als ausgewachsene Hürden. Was diese Methoden für Menschen so einfach und Maschinen so schwer macht, ist die Kreativität des menschlichen Gehirns. Diese Kreativität lässt sich auch anders nutzen.


Man macht schlicht einen einfachen Test, wie ihn bereits Grundschüler mühelos beherrschen. Egal wie ausgereift nun die Kommentarspambots sind, sie werden es nie mehr schaffen Kommentare zu platzieren, denn sie müssten jede Textaufgabe dieser Welt beherrschen, um noch erfolgreich zu sein.

Eine auch für Maschinen leichte Aufgabe ist die Wortfeldzuordnung, doch soweit sind Spambots noch nicht. Es ist neu und die Bots konnten sich noch nicht darauf einstellen.

Claudia Reiser von creisi productions hat nun für Editland auf meine Anregungen hin eine solche konfigurierbare Kommentarfunktion erzeugt, die man leicht auch auf andere Systeme anpassen kann. Das Prinzip ist einfach und effektiv. Wir nutzen Grundschultests und Textaufgaben.

Testen kann man diese Funktion im Frankfurter Laubfrosch. Zum testen bitte den Beitrag zu meiner Person verwenden, dann muss ich nicht so viele Beiträge abklappern.

Dieser Test beschränkt sich nicht nur auf Wortfeldzuordnungen wie z.B.
Messer, Gabel, Teller, Schale = Geschirr != Fahrzeug != ...
Man kann auch Mathematische Aufgaben stellen:
2 plus fünf = eins + 6 != Siebengebirge
Oder stellen Sie die 400 Euro-Wer wird Millionär-Fragen
Romy Schneiders größer Filmerfolg = Sissi != ...
Die selbe Frage kann man auch so stellen:
Der wichtigste Film für die Tochter Magda Schneiders war Sissi. Mit Sissi wurde Romy berühmt. Wie heißt die Tochter von Magda Schneider? = Romy != Sissi != Böhm != Karl-Heinz ...

So können Fragen passend zur Seite erzeugt werden und den Spass erhöhen. Bots haben bei dieser Variationsbreite verloren.

Kommentare

Trackback: Secret Tags - An alternative to Captchas? Captchas are quite useful to identify real users and bots. While a real user is likely to be able to read and understand the captcha and enter to correct characters into a form field, a bot cannot -- at least...

In dem englischen Beitrag von Sascha Carlin geht es um Hidden Fields. Deren Nachteil ist schnell formuliert. Es ist für keine Maschine so schwer eine Browser zu simulieren und erst eine Site zu saugen und dann auszuspucken. Die Haltbarkeit der Lösung ist vermutlich nicht von langer Dauer.

Das Secret Tags im Vergleich zu klassischen Captchas weniger sicher sind, mag sein.

Mein Hauptargument ist aber auch ein anderes: Captchas zerstören die Nutzbarkeit einer Website.

Das Beispiel im Laubfrosch belegt diese These. Ich möchte kommentieren, keine Rätsel raten.

Zugegeben, Captchas dämmen Spam ein. Andererseits muss man die Frage stellen, wieviele potentielle Kommentatoren abgeschreckt werden oder simpel nicht in der Lage sind, die korrekte Antwort einzugeben - auch nach mehreren Versuchen vielleicht nicht.

Grundschultest wie das im Laubfrosch gezeigte Beispiel stellen eine minimale Herausforderung. Und dann erlaube ich mir und anderen Anbietern tatsächlich auch noch die Freiheit mein Publikum selektieren zu wollen.

Nicht dass ich den Laubfroschtest für ein Selektionsmittel halte. Für wen diese extrem einfache Zuordnung von Begriffen zu einem Überbegriff schon eine Hürde darstellt, ist vermutlich nicht in der Lage meinen Texten zu folgen.

Womit wir Autor und Kommentator nicht in die selbe soziale Gruppe, Klasse, Schicht gehören. Ich halte diesen Test nicht für den Rückfall in eine Kastengesellschaft, denn es steht jedem frei auch bei schwierigeren Tests sich das verlangte Wissen und die nötige Intelligenz anzutrainieren um mitreden zu können.

Wer widerum zu bequem ist 4 Begriffe einer Auswahl von 8 per Mausklick zuzuordnen, dem könnte ich mangelnde Solidarität unterstellen und hätte so den Grad der Ernsthaftigkeit, mit der das Gespräch gesucht wird, abgeklopft.

Wir leben offensichtlich einen unterschiedlichen Grad von Zumutbarkeit. Zumutbarkeit ist eine Frage der gegenseitigen Achtung. Eine Achtung, die ich nicht nur anderen entgegenbringe, sondern von der ich auch erwarte, dass sie mir entgegengebracht wird. Ergo ist das "Rätsel" (was von Raten kommt/ es geht aber um Wissen) in vielerlei Hinsicht ein probates Mittel mit den Realitäten umzugehen.

Trackback: Sinnvolle Erweiterungen Vor kurzen hat es eines meiner unbekannten Weblogs erwicht. Spammer haben mich mit rund 200 Kommentaren zugemüllt. Zum glück immer von der selben Person, die Bereinigung war daher ziemlich simpel. Ein Ziel meiner Bemühungen bei der Erstellung der einzelne...

ist das hier auch mit Rätselraten?

Rausgefunden. :o)

Nee. Hier ist kein Rätselraten angesagt.

Nico Lumma und seine Mannschaft verfolgen andere Strategien. Zumindest derzeit noch.

Das ist leider Quatsch. Da es nur acht Auswahlmöglichkeiten gibt, würde ein Spambot per Zufall irgendeine Antwort markieren und käme mit einer Wahrscheinlichkeit von 1:8 durch. Bei (nur) drei Versuchen pro Sekunde wären das 1.350 Spams in einer Stunde.

(42!)

Ich weiß, aber ermüsste schon schon mehrfach probieren. Und dann kommen eben keine Radiobuttons sondern kombiniert mit Textfeldern.

Solange es um menschliche Kreativität geht, sind Computer immer noch im hintertreffen. Ich darf also davon ausgehen, dass die 42! ein Test war und meine arme Seite mit einem kleinen Script gequält wurde.

Merci.
Wir werden es also jetzt schon schwieriger machen, nicht weil es schon nötig wäre, nur weil die PR es jetzt erfordert. Wir waren uns bewusst, dass es nur eine temporäre Lösung war aber da so selten eigentlich ziemlich sicher. :o)

D.h. nein. Das machen wir kostenlos wenn es nicht mehr ausreicht. Himmel. Muss man alles machen, nur weil es geht.

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